Alte Schiffswracks bei Bauarbeiten in der Ostsee entdeckt
Bei Bauarbeiten an der Ostsee-Pipeline sind ein Dutzend sehr gut erhaltene Schiffswracks entdeckt worden, von denen einige bis zu 400 Jahre alt sein könnten. Die Wracks sind offenbar vollständig erhalten und liegen kopfüber in einer Tiefe von ca. 130 Metern kopfüber auf dem Meeresboden. Da es in der Ostsee keine Schiffsbohrwürmer gibt wie in salzhaltigeren Meeren, werden Holzwracks nicht zersetzt und können so viele Jahre auf dem Meeresgrund überdauern.
Tausende gesunkene Schiffe sind zuvor bereits in der Ostsee gefunden worden. Eines der bekanntesten Schiffswracks ist die “Vasa”, die 1961 aus dem Stockholmer Hafen geborgen worden war – 333 Jahre nach ihrer Jungfernfahrt. Die zwölf kürzlich gefundenen Schiffsrümpfe wurden bei geologischen Vorarbeiten für die Ostsee-Pipeline zwischen Deutschland und Russland östlich der Insel Gotland entdeckt. Sie befinden sich noch in schwedischen Gewässern und stören laut Aussagen des schwedischen Reichsantiquariats die Route der geplanten Gaspipeline nicht.
Marine-Archäologen sind nach Auswertung erster Bilder der Auffassung, dass die Schiffswracks von größtem kulturhistorischen Interesse sein könnten. Sie verraten eine Menge über den historischen Kontext, in dem sie verkehrten. Das genaue Alter der Schiffe konnte bisher jedoch nur geschätzt werden, denn die Wracks liegen zu tief, als dass die Taucher sie unter Wasser untersuchen könnten. Die Archäologen können also nur anhand der Fotos Anhaltspunkte für das Alter zusammentragen und entsprechend interpretieren. Die Wracks wurden registriert, bleiben jedoch bis auf Weiteres auf dem Grund des Meeres liegen.
Da die Funde nicht unmittelbar in der Linienführung der Gas-Pipeline liegen, werden sich deren geplante Bauarbeiten auch nicht verzögern. Dennoch wollen die Pipeline-Betreiber Rücksicht auf die Interessen der Archäologen nehmen. Bei Umweltschützern ist die Gasleitung stark umstritten. Mit einer Länge von 1200 Kilometern soll sie vom russischen Wyborg bis nach Lubmin bei Greifwald quer durch die Ostsee reichen. Nach Fertigstellung ab Ende 2011 soll russisches Erdgas nach Deutschland fließen, ohne dabei die Ukraine zu durchqueren.
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