ELME hat die Zukunft der Ostsee erforscht
Das ELME Projekt hat seine Forschungsergebnisse für die Meere der Europäischen Union vorgestellt. ELME steht für „European Lifestyles Marine Ecosystems“ und ist ein EU-Projekt, an dem 28 Forschungsgruppen aus 15 Ländern beteiligt sind.
Das ELME Forschungsprojekt hat folgende Aufgaben:
- Die Konsequenzen von gegenwärtigen menschlichen Lebensweisen für Europas regionale Meere zu untersuchen
- Ein Vorhersagemodell für folgende Schlüsselumweltprobleme zu erarbeiten:
1. Zerstörung der Lebensräume und der Arten
2. Euthrophierung, d.h. die Übersättigung des Wassers mit anorganischen Nährstoffen
3. Chemische Verschmutzung
4. Die unhaltbare Entnahme von lebenswichtigen Ressourcen
Einen umfassenden Ausblick unter Berücksichtigung alternativer Entwicklungsmodelle auf den Zustand europäischer Meere in der Zukunft zu geben
Die Ergebnisse sind in einem 9 MB großen, englischsprachigen PDF mit dem Namen ELME Results veröffentlicht worden.
Es gibt einen Teilabschnitt für die Ergebnisse zur Ostsee.
Die Forscher des ELME-Projekts sehen in der Ostsee das Hauptproblem in der Eutrophierung.
Die Ostsee leidet unter einer Cyano-Bakterien Blüte, die sonst für Süßwasser-Gewässer typisch ist und auch bei Aquarium Eigentümern gefürchtet wird. Durch die Eutrophierung kommt es zu einem Anstieg schwimmender Algenmatten, die Hypoxie begünstigen.
Die Fischpopulation von Kabeljau nimmt aufgrund der Hypoxie ab, während die der Sprotte zunimmt.
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Jan von Bröckel via pixelio.de
Allerdings sind beide Fischpopulationen von einander abhängig, da sich die Sprotte auch von Kabeljau Larven ernährt.
Unberücksichtigt ist bei der Untersuchung die Hypoxie aufgrund von Klimaveränderungen, da des in diesem bereich an den notwendigen Daten mangelte.
Die Forscher von ELME stellen in ihren Zukunftsmodellen für die Ostsee eine düstere Prognose aus.
Um die Kabeljau-Population zu retten, wären restriktive Fangquoten von Nöten. Dies ist aufgrund mangelnder Einigungen zwischen den Fischfang betreibenden Ländern diesbezüglich unwahrscheinlich.
Die Eutrophierung wäre trotz der Verwirklichung starker Restriktionen in der Landwirtschaft weiterhin ein großes Problem, da in der Vergangenheit Unmengen an Düngemitteln ins Meer gespült wurden, die sich immer noch im Sediment befinden und langsam wieder freigegeben werden.
Die Forscher hoffen darauf, dass die in ihren Modellen nicht berücksichtigte, klimaabhängige, natürliche Variabilität zu positiven Effekten führt.
Ob sich diese Hoffnung erfüllt, bleibt abzuwarten.
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