Ostsee-Pipeline – Lubmin erlebte historischen Tag
Der 8. November 2011 wird in die Geschichtsbücher nicht nur von Lublin, sondern der gesamten Ostseeregion eingehen. Die 1224 Kilometer lange Ostsee – Gaspipeline zwischen Wyborg und Lubmin wurde an diesem Tag von Kanzlerin Merkel und Russlands Präsident Mewedew mit großen Worten eröffnet. Den eigentlichen Machern der Pipeline, Ex-Kanzler und heutiger Gazprom-Manager Schröder und Ex-Präsident Putin – der gar nicht anwesend war – blieben im Hintergrund.
Liest man die Zahlen für dieses Projekt, dann erkennt man, welch gigantischer finanzieller und technischer Aufwand notwendig war, um dieses Projekt zu ermöglichen. Ungefähr 7,4 Milliarden Euro wurden investiert. Pro Jahr sollen 55 Milliarden Kubikmeter Gas durch die Röhren gejagt werden, damit können theoretisch 26 Millionen Haushalte mit Gas versorgt werden. Um das zu ermöglichen wurden 100.000 zwölf Meter lange Rohre im Meer versenkt und mit Erzbeton ummantelt.
Kann bei einem so großen Projekt die Sicherheit gewährleistet werden? Nordstream ist der Betreiber der Ostsee-Pipeline und erklärte aus Nachfragen, dass die Rohre regelmäßig mit speziellen Messgeräten kontrolliert würden, um auf evtl. Veränderungen reagieren zu können. Es standen auch Befürchtungen im Vordergrund, dass Munition aus dem Zweiten Weltkrieg zu einer Gefahr werden könnte. Es mussten insgesamt etwa hundert Minen gesprengt werden, direkt vor der deutschen Ostseeküste wurde allerdings nur Übungsmunition gefunden. Die Ostseeländer, Regionen und Umweltschutzorganisationen haben bereits im Vorfeld zum Teil große Bedenken angemeldet. Polens Klage gegen die deutschen Genehmigungsbehörden ist noch nicht entschieden. Die Umweltverbände WWF und BUND klagten gegen das Projekt, zogen diese aber wieder zurück, als sich Nordstream verpflichtete, zehn Millionen Euro für eine Ostseestiftung zu spenden.
Die Untersuchung des Meeresbodens war auch eine Reise in die Geschichte der Ostsee, mit historisch bedeutsamen Entdeckungen, schließlich wird vermutet, dass rund 100.000 Schiffe auf dem Meeresgrund liegen. Forscher des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege entdeckten beispielsweise zufällig einen Lastensegler, der wohl um 1800 auf der Ostsee schipperte. Es werden wohl noch weitere historische Schätze entdeckt werden.
